Den Islamischen Staat innerpolitisch zu beleuchten, ist eine interessante Sichtweise. Jung und Schlichte analysieren in diesem Artikel, wie der IS organisiert ist und welche Hürden, organisatorischer und legitimations-Art, sie überwinden müssten um ihr Ziel zu erreichen. Die verschiedenen IS-Gruppen und ihr Kontext in den Regionen, in welchen sie Einfluss haben, werden angeschnitten und suggerieren, dass der IS nicht wirklich einheitlich operiert, sondern stark an regionale Einflussmöglichkeiten gebunden ist und es dadurch zu Interessenskonflikten kommen kann, die in Abspaltungen der Untergruppen vom IS enden können.
Die Rolle der der Medien und ihre Berichterstattung über den IS wird als wichtiger Punkt kurz erwähnt, aber leider nicht genauer ausgeführt. Daher ist über die Bedeutung der Berichterstattung für den IS nur wenig zu erfahren.
Gut fand ich, dass erläutert wurde, wie sich militärische Angriffsaktionen positiv für den IS auswirken können und ihn als „Widerstandskämpf“ legitimieren. Dies treibt weitere Anhänger in die Arme des IS. Auch erhält der IS in einigen Regionen Organisationsstrukturen aufrecht, die ihnen einen Zuspruch von der Bevölkerung vor Ort geben können. Daher sehen Jung und Schlichte eine Lösung für den Umgang mit dieser Organisation eher in einer engen Zusammenarbeit mit Verwaltungsstrukturen in den betroffenen Regionen als in militärischen Interventionsaktionen.
Quelle:
Jung, D./ Schlichte, K.: Was wissen wir über den „Islamischen Staat“? In: Wissenschaft &Frieden 3/2016, 21-24
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